Die Sennalpe Oberberg | Herzlichkeit und Gastfreundschaft

....wo Herzlichkeit groß geschrieben wird


Eingebettet im Naturpark der Nagelfluhkette liegt die auf 1.305 m gelegene Sennalpe Oberberg. Von dort oben hat man einen herrlichen Ausblick in die umliegende Allgäuer Bergwelt. Wer möchte da nicht gerne auf der Sonnenterrasse Platz nehmen und es sich bei einer feinen Brotzeit gutgehen lassen?

Die Sennalpe Oberberg mit der sonnenverwöhnten Terrasse lädt zum Rasten und Verweilen ein

Wenn der Tag in den Bergen erwacht

Wer dies schon einmal erleben durfte weiß, welch wundervoller Herz-Moment es ist, inmitten einer traumhaft schönen Bergwelt beim Sonnenaufgang dabei zu sein. Eine angenehme Stille, die einen umgibt, durchdrungen vom ersten Zwitschern einiger Vögel und das unverkennbare Läuten in der Ferne der Schellen von den hofeigenen Kühen - Morgenidylle pur!



Der Tag auf der Alpe beginnt

Genau dann beginnt auf der Sennalpe Oberberg auch schon der Tag. Um 4.30 Uhr werden die Kühe von Älpler Sebi und Hirte Christoph von der Weide in den Stall zum melken geholt, während parallel hierzu die Arbeiten in der Sennküche beginnen.

Senner Sebastian wird jeden Morgen von seiner Mutter Gudrun bei der Käseherstellung unterstützt.

Hirte Christoph hilft beim melken, erledigt die Stallarbeit, aber auch die Arbeiten wie zäunen, Holzen und kümmert sich um die Schweine. Zu den Ferienzeiten bekommt er auch Unterstützung vom Kleinhirten Jona, der eifrig bei der Sache ist. Die Neffen Lukas (7), Hannes (11) und Nichte Magdalena (13) verbringen einen Teil der Ferien ebenfalls auf der Alpe und packen mit an, wo Hilfe gebraucht wird. 


Um 7.00 Uhr wird dann gemeinsam gefrühstückt - ein echter “Lieblingsmoment” bei Sebastian (Sebi) und Ramona (Mona) Beck, die die Alpe seit 2019 führen und allen, die auf der Alpe mithelfen. Hier genießt man noch die morgendliche Ruhe und bespricht sich für den Tag, welche Arbeiten anfallen und erledigt werden müssen. Frisch gestärkt geht es sodann ans Tagwerk. Für Sebastian und seine Mutter Gudrun geht es wieder zurück in die Sennküche, um feinsten (Weich-)Käse, Butter und Joghurt herzustellen. 


Ramona bereitet in der Zwischenzeit alles für die Gäste vor, die ab 11.00 Uhr zur Alpe kommen. Brotzeiten werden vorbereitet, Kuchen gebacken, Gemüse kleingeschnitten und Getränke aufgefüllt. Hierbei hat sie Hilfe von ihrer “Küchenfee” Anna, eine Schülerin, die tatkräftig das Team mit unterstützt. Sebastians Mutter Gudrun geht diesem beim käsen zur Hand und hilft tagsüber in der Gastronomie mit, pflegt die Blumen und kümmert sich um die Wäsche und was sonst noch alles anfällt. Der langjährige Feriengast und Freund der Familie Toni ist im Frühsommer auch auf der Alpe und hilft mit, wo man ihn braucht. 

Mona mit ihren beiden Kinder Seppi und Sophie 

Ramona bekocht mittags täglich das ganze Alp-Team und erledigt auch die Büro-Arbeit. Die beiden Kinder Josef (Seppi, 2 Jahre alt) und Sophie (10 Monate) sind stets mit dabei. “Seppi packt bereits überall mit an und hat viel Freude, seinen Papa bei den vielen Arbeiten, die auf der Alpe anfallen, über die Schulter zu schauen und mitzuhelfen, mal mehr und manchmal auch mal weniger”, lacht Mona. Die kleine Sophie hängt meistens noch an “Mamas Rockzipfel”, spielt zufrieden in der Stube und erfreut die anwesenden Gäste. 



In der Sennküche

Sebi ist der Senn auf der Alpe Oberberg, sowie der Chef im Stall und kümmert sich mit dem Hirten um das Tierwohl, betreibt die Weidepflege und die Holzarbeiten. 

Die Arbeiten in der Sennküche beginnen parallel zum melken der Kühe. Der Käse vom Vortag wird ins Salzbad gegeben, sodann erfolgt die Käsepflege. Die Milch vom Vorabend wird abgerahmt, diese kommt sodann in den großen Kupferkessel. Dann wird Butter gemacht, zeitgleich wird die Kultur in den Kessel gegeben, die für das Käsen sehr wichtig ist. Um 6.00 Uhr wird dann das Lab hinzugegeben und der Käsebruch geschnitten. 



Nach dem Frühstück wird der Käse gebrannt und im Anschluss mit einem großen Käsetuch aus dem Kessel geholt und in Formen gegeben, gepresst, so dass überschüssige Molke abfließen kann. Derweil macht Mama Gudrun den feinen Weichkäse. Abschließend wird dann die Käseküche sauber gemacht. In einem Alpsommer werden ca. 220 Laib Sennalpkäse hergestellt. Darüber hinaus wird auch der sog. “Oberbergler” mit ca. 60 Laib produziert und auch der sehr beliebte Weichkäse. Der hergestellte Käse wird zu 95 % auf der Sennalpe Oberberg verkauft, ca. 40 % davon werden über die Gastronomie im Form von Brotzeitplatten, Käsesalat und Kässpatzen verarbeitet. 



Im Jahre 1893 in einer Wirtschaft ersteigert

“Die Sennalpe Oberberg wurde im Jahre 1893 von Sebastians Ur-Ur-Großvater in einer Wirtschaft ersteigert. Eigentlich war dieser lediglich zum Einkaufen in Blaichach unterwegs”, erzählt Ramona schmunzelnd. Anfangs war man hierüber nicht sehr begeistert, aber da die Alpe ja bereits in der 5. Generation geführt wird, ist man sich nun einig, dass dies doch genau die richtige Entscheidung damals war. 

Mittlerweile verbringen 35 Kühe, 22 Schweine und die Katze “Franz” ihren Alpsommer auf der Sennalpe Oberberg. Zur Hälfte des Sommers gehen dann 5 Kühe bereits wieder heim, da die Vegetation dann langsamer wird, d. h. es regnet dann nicht mehr so ergiebig und es wird recht heiß, so dass das Gras nicht mehr so schnell wächst und dann nicht mehr für alle Tiere ausreichend Futter zur Verfügung steht. 



Die Sennalpe Oberberg - echt filmreif

Auf der Alpe wurden bereits schon viele Sendungen gedreht, wie z. B. die wohl meistgesehene “Kuh Lena”, die für die “Sendung mit der Maus” in ihrem “Sommerurlaub” begleitet wurde. Daneben wurde dort auch ein Imagefilm für das Bayerische Landwirtschaftsministerium gedreht, einige Einstellungen für das BR (Bayerische Fernsehen) wie bspw. für “bergauf bergab”, “Stofferl Wells Bayern”, und “zwischen Spessart und Karwendel”. 2021 wird zudem ein kleiner Beitrag in der Sendung “Heimatleuchten” im ServusTV und ein Bericht, ebenfalls für das Bayer. Staatsministerium, sowie “100 Genussorte in Bayern” zu sehen sein. Weiter werden, unter anderem auch bei uns, Ende September - Anfang Oktober immer Fortsetzungen des Spielfilms “Daheim in den Bergen” für das ARD gedreht.  

Na? Wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen? Feinste Brotzeit mit allem drum und dran und dann noch diese Aussicht dazu - herrlich!


Regionalität, Qualität und Spaß an der Arbeit

Für Sebastian und Ramona Beck ist die Unterstützung der eigenen Region wichtig, mit der sich sich identifizieren. Sie achten daher nicht vorrangig auf den Preis, sondern auf die Regionalität und Qualität der Produkte, die sie für die Alpe zukaufen. Auch aus Überzeugung sind sie Partner-Alpe des Allgäuer Alpgenuss e.V. 

Alle haben Spaß an der Arbeit, obwohl es manchmal sehr lange und anstrengende Tage sind, die sich über 7 Tage die Woche und ein halbes Jahr lang, hinziehen. Hier zeigt sich ein gut eingespieltes Team, der Zusammenhalt ist dabei sehr wichtig. Jeder hilft mit, bis das Tagwerk erledigt ist. 

Hier oben haben die Kühe frisches Gras und feine Kräuter - das schmeckt!


Die beiden Älpler Sebi und Mona sehen es auch als Privileg, in dieser schönen Gegend arbeiten zu dürfen. Täglich bewegt man sich viel an der frischen Luft und sie sehen es auch gerne, wenn sich die Gäste an allem erfreuen und sich sichtlich wohlfühlen. Ein weiterer Herzmoment für alle, buchstäblich am Ende das Ergebnis ihrer Arbeit in den Händen halten zu dürfen - nämlich dann, wenn man den ersten Käse anschneidet und schmeckt, dass er gut ist. Dann weiß man, die Arbeit hat sich gelohnt. 





Für Sebi und Mona ist außerdem das nachhaltige wirtschaften mit ihren Alpflächen wichtig, da so die einzigartige Kulturlandschaft mit ihrer großen Artenvielfalt an Flora und Fauna erhalten werden kann. Auch das Tierwohl der ihnen anvertrauten Kühe und der Schweine stehen an oberster Stelle, sowie die hochwertige Qualität, der daraus entstehenden Produkte (Milchprodukte gleichermaßen, wie das Fleisch). 


Wanderwege zur Sennalpe Oberberg

Am schnellsten gelangt man über die Mittagbahn, von der Bergstation ca. 20 Gehminuten, zur Alpe. Weitere Varianten verlaufen über den “Bärenkopf”, aber auch ab Mittelstation erreicht man die Alpe ganz bequem über einen ausgebauten, teilweise asphaltierten, Wanderweg. Wer eine weitere Tour machen möchte, kann von Gunzesried-Reute aus starten und gelangt in ca. 45 Minuten, oder auch von Blaichach aus über die Sennalpe Derb in ca. 1,5 Stunden zur Alpe Oberberg. Wer eine längere Wanderung bevorzugt, kann auch von Gunzesried aus über den Steineberg und/oder Bärenkopf zur Alpe wandern, dies dauert ca. 3 - 5 Stunden. Für die ganz sportlichen Wanderer gibt es noch die Variante vom Hochgrat bis zum Mittag - hier sollten jedoch ca. 8 Stunden eingeplant werden. 


Der Tag geht zu Ende

Um 17.00 Uhr werden die Kühe nochmals gemolken und wieder zurück auf die Weide gebracht, der Stall ausgemistet. 

Um 17.30 Uhr endet der Tag im Gastr-Betrieb und die letzten Arbeiten, wie Küche sauber machen und Vorbereitungen für den nächsten Tag werden erledigt. Um 19.30 Uhr wird dann gemeinsam zu Abend gegessen und der Tag bei einem gemeinschaftlichen Abend mit einem Kartenspiel, witzigen Anekdoten und ausgelassenen Gesprächen, beendet. Die Ruhe des frühen Morgens kehrt zurück, bis einer neuer schöner Tag in den Bergen beginnt. 




Kontaktdaten:
Alpe Oberberg
Kapf 29
87544 Gunzesried
Sommer: Tel.: 08323 / 6784
Winter: 08321 / 2605839
Mobil: 0160 / 96210687 oder 0171 / 6890290

info@alpe-oberberg.de 

www.alpe-oberberg.de 


Öffnungszeiten:
Täglich geöffnet von Anfang Mai bis Allerheiligen 
08.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Mittwochs bis 22.00 Uhr - Kässpatzen auf Anfrage für Gruppen ab 8 Personen ab 17.00 Uhr


Und hier noch Monas Rezept für Himbeerkuchen


Mürbeteig:

1 Ei
100 g Butter
100 g Zucker
200 g Mehl
In einer Kuchenform auslegen.

Schmandfüllung:

500 g Schwand
500 g Milch
1 Pck. Vanillepudding
1 Pck. Vanillinzucker
150 g Zucker

Alles miteinander verrühren, auf den Mürbeteig verteilen und bei 180 Grad für eine Stunde (Ober- Unterhitze) in den Ofen. Kuchen abkühlen lassen und anschließend mit Himbeeren belegen und rotem Tortenguß bestreichen.

Lasst es Euch schmecken!


Diesen Beitrag lest Ihr auch in der neuen Ausgabe von "DIE ALLGÄUERIN", die ab sofort wieder im Handel erhältlich ist und neben Ausflugstipp noch viele weitere wundervolle Beiträge für Euch bereit hält :). Viel Freude und Spaß beim Lesen!

Herzallgäuerliebste Grüße

Eure Saskia
                                 


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