Was mir grad so am Herzen liegt ...


... und die Allgäuer Berge betrifft!


Im heutigen Blogpost möchte ich auf ein derzeit großes Problem aufmerksam machen und mal Stellung dazu nehmen.

Es betrifft hauptsächlich die Influencer, die auf sämtlichen Social Media Kanälen die schönsten Orte in unserer einmaligen Natur und Bergwelt zu absoluten Foto-Hotspots treiben. Menschenmassen werden durch genaue Wegbeschreibungen, Ortsangaben und ansprechenden Bildern angezogen. Auch unerfahrene Alpinisten kommen so schnell auf den Geschmack und ziehen sodann, ohne entsprechende Ausrüstung, einfach los. Influencer sind Trendsetter, Meinungsvertreter und manchmal auch echte Werbemaschinen. Gerade deshalb springen viele auf diese Profile an (hierzu füge ich an, dass ich selbst nur dafür Werbung mache, wovon ich selbst zu 100% überzeugt bin und es außerdem auch zu mir und meinem herzallgäuerliebsten Allgäu-Blog passt!). Aber auch das Verhalten mancher "Nicht-Influencer", die sich in den Bergen aufführen wie.... denkt Euch was aus... möchte ich heute mal zur Sprache bringen.


Die Folgen daraus brauch ich nicht auch nochmal erläutern, aber Probleme 

wie überlaufene Gipfel, Abfall, 
Lagerfeuer und Wildcamper 

nehmen vermehrt zu. Angefangen im Tal, wo es auf Grund überfüllter Parkplätze zum sog. "Wildparken" kommt, bis hin zu massenhaften Gipfelbelagerungen, an denen es doch recht oft sehr lebhaft zugeht. Auch Drohnenflüge sind nicht überall erlaubt - schon mal darüber nachgedacht?

Durch die eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten zieht es derzeit viele, sehr viel mehr als sonst, in die Berge zum wandern. Was aber dabei einige vergessen, sind 

bestimmte Regeln, 

die dort oben nunmal gelten. Mein Blick geht meist immer zuerst auf das Schuhwerk, wenn ich dann Schlappen seh, geht mir beinahe die Hutschnur auf. Denn wenn dann aufgrund solch einem Missstand oder schlichter Leichtsinnigkeit die Bergwacht ausrücken muss, kann man sich vorstellen, welchen Ärger das mit sich bringt. Einige gehen ja bereits schon barfuß zum wandern... joah, wer´s mag - und was auch immer das bringen soll? Aber wie immer sage ich "jedem das seine!". 

Hunde gehören an die Leine und 
Kühe werden nicht gestreichelt (wir sind hier nicht im Streichelzoo).

Ich war schon erstaunt, als wir eine Familie beobachteten, die ihr Kind auf die Kuh fürs Foto gesetzt hat.... mir fehlten die Worte!

Des Weiteren sollen auch die Wege nicht verlassen werden! Es hat schon seinen Grund, warum das so ist. Oft sind Stellen ausgesetzt und man tritt von einem Schritt auf den nächsten ins Leere - und da gehts dann tief runter, sehr tief!

Was mich bisweilen auch schon langsam so richtig nervt, sind Bergwanderer die quasi DIREKT unterhalb des Gipfelkreuzes ihre Brotzeit machen müssen! Ja muss das denn wirklich sein?
Ich habe eine Frau beobachtet, die an einem gut besuchten Gipfel direkt auf dem Felsen saß, auf dem das Gipfelkreuz stand und sie dann ganz genüsslich ihre komplette Brotzeit dort auspackte und ... naja! Die anderen Wanderer um sie herum hätten zu gern ein Erinnerungsfoto mit der Familie dort gemacht, stiegen schon fast ungeduldig von einem Fuß auf den anderen, doch die Frau schien sichtlich unbeeindruckt - echt jetzt??? Also tut mir leid, dafür kann ich leider kein Verständnis aufbringen, denn keiner ist (in worst case *lach*) allein am Gipfel, so dass dieser "Gipfel-Moment" wirklich jedem vergönnt sein sollte!

Liebe Wanderer, ihr könnt gerne das Gipfelkreuz berühren, umarmen,
ein Foto machen 
und Euch ins Gipfelbuch eintragen, 
aber BITTE macht dieses dann 
auch wieder für andere frei! 
DANKE!


Ich bin kein Moral-Apostel (ganz bestimmt nicht) und es gibt gerade viele davon, die meinen, andere "belehren" zu müssen. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen und sehe einfach den Trend mit größter Besorgnis. Die schönsten, abgelegensten Orte wie Wasserfälle usw. werden regelrecht belagert.... wo bleibt da die Erholung, der Genuss, der "Sinn" des Wanderns? 



Vielen jüngeren Bergsportlern sind meist nur die Höhenmeter und das "Gipfelabklatschen" samt Gipfel-Selfie (in worst case auf dem Gipfelkreuz selbst) wichtig. Ich finde es schön, dass sich immer mehr junge Menschen für den alpinen Sport interessieren.... aber so? Auch der neueste Trend: Sich oben ohne, nackt oder in fragwürdigen "Sportklamotten" vor einer traumhaften Bergkulisse ablichten lassen. Hmm... ich weiß, Kunst liegt im Auge des Betrachters. Für mich hat die Natur in den Bergen aber einen anderen Sinn.. (bin ich jetzt spießig?)
Es geht wohl, wie so oft, einfach ums BESTE BILD, das sodann in die social media gepostet wird, um dort kräftig Likes einzufahren... na, für wen das die Erfüllung ist... ich weiß nicht!

Auch das RUMTURNEN auf Gipfelkreuzen wird nicht gerne gesehen. Vor Kurzem war ich auf dem Gipfel des Spieser und staunte nicht schlecht, als ich dort ein abgebrochenes Gipfelkreuz sah - schon traurig!


Ich selbst gebe schon lange keine Orte mehr in meinen Posts auf Instagram an, gerade weil ich dieses Problem schon länger beobachte. Natürlich ist es schön, wenn man selbst wieder Inspirationen und Anregungen für eine Tour bekommt, aber hier verweise ich auf Fachliteratur, die es in jedem Handel gibt oder auch diversen Bergsport- und Wanderseiten. 
Wenn mich aber mal jemand höflich und nett fragt, wo das denn sei, gebe ich manchmal schon Auskunft - es kommt eben auf den Ort drauf an :).

Ich bin mir meiner Aufgabe als Allgäu-Bloggerin sehr wohl bewusst, bezeichne mich selbst aber nicht als "Influencerin"! Davon distanziere ich mich ausdrücklich! Daher gehe ich auch sehr verantwortungsbewusst mit dieser Thematik um 

und stelle dabei nicht mich, 
sondern meine Heimat, in den Vordergrund. 

Mir liegt meine Heimat sehr am Herzen, was Ihr sicherlich aus meinen vielen bisherigen Blogposts schon mitbekommen habt und ich unterstütze gerne unsere heimische Alpwirtschaft, die zudem auch auf Berg-Touristen angewiesen sind - egal, woher sie kommen. 



Dennoch ist es auch für mich immer wieder eine kleine "Gratwanderung", wenn ich mich an meinen Rechner setze und mit Euch meine schönsten Erlebnisse in den Alpen teile. Es liegt mir fern, die Massen anzuziehen, gleichzeitig hat es jedoch einen positiven Aspekt im Hinblick auf unseren Allgäuer Tourismus. Aber es ist auch hier, wie mit so vielem:

Das richtige Maß lautet die Devise!

Und darum werde ich zwar weiterhin bloggen und Euch auch gerne meine Genusswandertouren vorstellen. Alles andere verbleibt in meinem Herzen, denn es sind "Momente fürs ICH" und ich denke, das ist auch ganz in Eurem Sinne. 

Ich hatte Euch ja schon mal auf ein tolles Projekt hingewiesen, dass eigentlich zu Anfang  dieses Alpsommers hätte beginnen sollen, allerdings wurde dies jäh durch C... (Ihr wisst schon) unterbrochen, bzw. vorerst aufgeschoben. Vielleicht gar nicht so schlecht, denn so können wir diesem Thema noch den letzten Feinschliff verpassen :). Jedenfalls freue ich mich sehr darauf!

Was ich mir wünsche:

In diesen Zeiten, wo wir doch ALLE im selben Boot sitzen, nicht wegfahren können, sollten wir einfach wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen, uns an die Regeln halten (inkl. der aktuell geltenden Hygienemaßnahmen) und vor allem, die Alpwirtschaften und die Natur wertschätzen, denn das fehlt mir im Moment akut!

Durch die große Belagerung in den Bergen verzichten derzeit viele Einheimische auf Ausflüge in die Berge - aber dabei darf nicht vergessen werden, dass auch wir Allgäuer Urlaub und Ferien haben und Ausgleich in der Natur suchen und brauchen. Wer seinen Urlaub in den Bergen und im Allgäu verbringen möchte, ist herzlich willkommen. Unsere Pensionen, Hotels und Gästehäuser freuen sich nach dieser schwierigen Zeit wieder auf belegte Betten. 

Unterstützt unsere Alpen mit ihren regionalen Produkten, gönnt Euch feine Brotzeiten, 
hausgemachte Kuchen und Spezialitäten 
und nehmt Euch ein Stück echten Allgäuer Bergkäse 
mit nach Hause :). 


Das lag mir nun einfach auf dem Herzen und sicherlich könnte ich die Liste noch lange fortführen, aber hierfür gibt es spezielle Portale (z. B Alpenverein), die vollständige Hinweise und Tipps liefern. 

Ich möchte einfach nur meine Heimat genießen können und wissen, dass Natur- und Umweltschutz für jeden, der zum wandern geht, an erster Stelle steht. Denn nur gemeinsam schaffen wir es, nachhaltig und umweltbewusst für unsere nachfolgenden Generationen zu handeln. Bist Du dabei?

Solltest Du noch Fragen oder Anregungen zum Blogpost haben, dann schreib mir gerne eine Mail - ich freu mich drauf! herzallgaeuerliebst@gmailcom  (klick)

Herzallgäuerliebste Grüße

Eure Saskia



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